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Stimmen aus der Gemüse- und Obstbranche

Wie schneiden Erdbeeren, Kirschen, Kartoffeln, Blumenkohl und Co. in diesem Jahr ab?

29.11.2018

Während im Jahr 2017 das Wetter verrücktspielte und den meisten Südtiroler Produzenten zu schaffen machte, hat sich die Situation in diesem Jahr stabilisiert. Insgesamt war es ein Jahr mit guten Erntemengen, sehr guten Qualitäten und zufriedenstellenden Preisen.

Erfreut zeigt sich Markus Tscholl, Versteigerungsleiter der Egma Obstversteigerung in Vilpian, über die hohe Nachfrage nach Kirschen. Nur im August brach die Nachfrage aufgrund des hohen Angebotes ein. „Die Haltbarkeit der Früchte ist in diesem Jahr sehr gut und die Kirschessigfliege hat keine größeren Schäden angerichtet“, so Tscholl. Insgesamt wurden 93,5 Tonnen Erdbeeren, 18,2 Tonnen Himbeeren und 118,1 Tonnen Kirschen an die Egma geliefert. Während die Preise für Erdbeeren sehr gut waren, sind die Preise für Himbeeren im Vergleich zum letzten Jahr eingeknickt.

Auch Reinhard Ladurner, Geschäftsfeldleiter VI.P Gemüse und Kirschen, ist mit der Qualität der diesjährigen Kirschen zufrieden. Die Erntemenge von 500 Tonnen schlug jegliche Rekorde! „Wir haben im Vergleich zu unseren Konkurrenten mit der automatischen Sortiermaschine einen großen Vorteil. Mit dieser können die Früchte nach Größe, Qualität und Färbung sortiert und angepasst auf die Wünsche des Kunden weiterverkauft werden“, unterstreicht Ladurner. Nahezu alle Kirschen werden in Italien verkauft, 40% davon im Lebensmitteleinzelhandel und 60% im Großmarkt.

Bei der Erntemenge der Erdbeeren verzeichnet die VI.P in diesem Jahr ein Plus von 32% im Vergleich zu 2017, insgesamt wurden 432 Tonnen geliefert. Zurückzuführen sei dies vor allem auf den idealen Witterungsverlauf und den damit verbundenen frühen Erntebeginn. „Im Anbau investiert man immer mehr in sogenannte wiedertragende Sorten, die mehrmals pro Saison geerntet werden können“, verrät Gerhard Eberhöfer, Geschäftsfeldleiter VI.P Beeren. Außerdem geht der Trend in Richtung Lebensmitteleinzelhandel, die VI.P setzt dabei vor allem auf ihr langjähriges Vermarktungsnetz beim Apfel. „Neben Erdbeeren bieten wir auch weitere Beerenfrüchte wie Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren und schwarze Johannisbeeren an, um über ein möglichst breites Angebot zu verfügen“, so Eberhöfer.

Im Anbaugebiet der VI.P freute man sich über die hohe Erntemenge beim Blumenkohl. „Mit 3.500 Tonnen wurde heuer so viel Blumenkohl wie zuletzt vor acht Jahren geerntet“, sagt Ladurner. Besonders beliebt ist das weiße Trendgemüse in Italien. 50% werden über den Großhandel und 50% über den Einzelhandel verkauft.

Zufrieden über den diesjährigen Ernteverlauf bei den Kartoffeln zeigt sich auch Hanspeter Felder, Geschäftsführer der Pustertaler Saatbaugenossenschaft. „Die Wetterbedingungen in diesem Jahr waren ideal. Vor allem das schöne Wetter bei der Ernte trug zu einer sehr guten Schalenfestigkeit und Lagerfähigkeit der Kartoffeln bei“, sagt Felder. Auf 145 ha wurden in diesem Jahr 4.600 Tonnen Kartoffeln geerntet. In anderen Ländern gab es längere Hitzeperioden, daher fiel die Erntemenge dort geringer aus. Für die Südtiroler Kartoffeln war das ein Vorteil, dadurch konnten höhere Preise erzielt werden. Auch bei den roten Rüben gab es in diesem Jahr ein Plus bei der Erntemenge: Insgesamt wurden 2.400 Tonnen geerntet.

2018: Ein spannendes Jahr für die Südtiroler Obst- und Gemüsebranche!