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Andreas Pilser und sein Südtiroler Brot

Andreas Pilser aus dem Vinschgau backt traditionell mit regionalem Getreide

30.03.2015
In der Bäckerei von Andreas Pilser in Kortsch im Vinschgau wird original Südtiroler Brot gebacken. Als Kind lebten Pilser und seine Familie in armen Verhältnissen und konnten sich oft nicht mal Brot leisten. „Ich wollte das meiner Familie nicht antun. Deshalb wurde ich Bäcker“, sagt der Vater von zwei Töchtern. Ermutigt von der Dorfgemeinschaft in Kortsch pachtete er 1964 die von Bauern gegründete Backstube. Mit ihren 200 Quadratmetern zählt sie zu den kleinsten Südtiroler Bäckereien. Seine Frau verkauft im Geschäft, neben verschiedenen Südtiroler Brotsorten, hausgemachten Riegeln und Spitzbuben, auch die Vinschgauer Spezialität „Vinschger Paarlen“. Für die würzigen Paarlen, die traditionell aus Südtiroler Roggen- und Weizenmehl bestehen, wird in der Bäckerei Pilser ausschließlich Getreide des Projektes Regiokorn verwendet. So kann Pilser sicher sein, dass keine Rückstände von Herbiziden oder ähnlichem enthalten sind. Mehl, Wasser, Salz und Hefe - mehr braucht der Bäckermeister nicht für sein schmackhaftes Südtiroler Vollkornbrot. Er setzt auf Natur, um gegen größere Bäckereien zu bestehen. Seine Kundschaft weiß seine Qualität zu schätzen. Die kleine Bäckerei ist stets gut besucht.

Den Roggen für seine Backwaren baut Pilser auf etwa drei Hektar selbst an. Einen Teil seines Korns mahlt der Bäcker auch täglich selbst zu Vollkornmehl, während er den überschüssigen Roggen an die Meraner Mühle verkauft. Der Bäcker weiß aus Erfahrung, dass gut Ding Weile braucht. Er verwendet keine chemischen Backhilfsmittel, sondern macht für jeden Teig ein „Dampfl“, den sogenannten Vorteig, der nach dem Aufgehen mit der eigentlichen Teigmasse vermischt wird. Pilser hat noch immer große Freude an seinem Beruf. Man muss als Bäcker aber wissen, wie man untertags seine Freizeit verbringt, sagt der gut gelaunte Bäckermeister und lacht: „Ich habe immer gerne viel Sport betrieben.“