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Bier in Südtirol – die Tradition des Bierbrauens

Hopfen und Malz – Gott erhalt‘s: Wie entsteht Bier mit Qualitätszeichen Südtirol?

Beim Bierbrauen werden die Grundzutaten Wasser, Malz (gekeimte und getrocknete Gerste) und Hopfen miteinander vermischt. Beim Bier mit Qualitätszeichen Südtirol ist garantiert, dass alle Zutaten außer Hopfen aus Südtirol stammen.
Zu Beginn wird das geschrotete Malz mit Wasser vermengt und bildet die Maische, welche unter ständigem Rühren erhitzt wird. Im Läuterbottich wird nun der feste Teil der Maische vom flüssigen Teil getrennt. Während der feste Teil als Viehfutter dient, wird der flüssige Teil - die sogenannte Würze - zu Bier weiterverarbeitet und zusammen mit dem Hopfen in der Sudpfanne gekocht. Nach weiteren Zwischenschritten wird alles auf die optimale Gärtemperatur abgekühlt. Je nach Biersorte wird nun die passende Hefekultur beigesetzt, die so genannte obergärige oder untergärige Hefe. Die obergärige Hefe arbeitet bei Temperaturen zwischen 15° und 20° C, untergärige Biersorten entstehen bei Temperaturen zwischen 4° und 9° C. Die Hefe sorgt für den Gärungsprozess. Nach der Hauptgärung, die eine Woche dauert, muss das Bier noch weitere vier bis sechs Wochen lagern.
Das gereifte Bier kann dann in Fässer oder Flaschen abgefüllt werden. Beim Bier mit Qualitätszeichen geschieht dies ungefiltert und ohne Erhitzung. Fertig ist das naturtrübe Bier mit unverwechselbarem Geschmack!

Die Geschichte des Bieres in Südtirol

Bier hat in Südtirol eine sehr lange Tradition. Seit über 1000 Jahren wird Bier gebraut. Nach einer ersten urkundlichen Erwähnung musste ein Hof im heutigen Olang um das Jahr 985 n. Chr. zwanzig “situle cervesie”, also 20 Eimer Bier (heute umgerechnet 12 Liter) an den Klerus abgeben.
Auch die Bindergasse in Bozen zeugt noch heute von der Bedeutung der Fassbinder, die im 16. Jahrhundert eine der mächtigsten Zünfte der Stadt waren und Fässer für Wein und Bier fertigten. Ab dem 16. Jahrhundert, mit der Ernennung von Herzog Ferdinand II zum Landesfürsten, wurde das Bier in Südtirol zum Volksgetränk.

Bier – flüssiges Brot

Im 18. Jahrhundert wurden Südtiroler Getreide und Hopfen vor allem im Pustertal verarbeitet. Dort gab es damals bereits elf Brauereien.
Im 19. Jahrhundert hielten technische Fortschritte, wie die Erfindung der Kältemaschine, bei der Bierherstellung Einzug und die Südtiroler Bierkultur erlebte, nicht zuletzt durch den Bau der Brennereisenbahn im Jahr 1862 und den damit einsetzenden Tourismus, eine Blüte. Es gab 27 Brauereien. Der erste Weltkrieg schnitt die Brauer südlich des Brenners allerdings von den Rohstoffen ab, und die meisten Betriebe mussten schließen.
Dank den Südtiroler Wirtshausbrauereien wird die Tradition des Bierbrauens wiederbelebt.

Tipp: die ideale Trinktemperatur
Die ideale Trinktemperatur der meisten Biere liegt zwischen 7° und 9° C.
Brauhotel Martinerhof
St. Martin in Passeier